[Aller Anfang...] Physik hinter der Kamera I – Grundbegriffe
[Aller Anfang...] Physik hinter der Kamera I – Grundbegriffe
Mar 07Heute komme ich auf das wohl verhassteste, wohlgleich aber wichtigste Thema zu sprechen, das man als Photoanfänger begreifen muss: Die Physik hinter der Kamera.
Warum ist die Physik beim Photographieren so wichtig?
Reicht es denn nicht einfach aufs Knöpchen zu drücken und die Automatik macht den Rest?
Nein, das reicht leider nicht. Denn der Automatik sind Grenzen gesetzt. Die Automatik-Funktion weiß nicht, was ihr darstellen wollt: Ihr wollt eine Candle-Light-Dinner photographieren, die Automatik aber denkt, das Bild ist zu dunkel und schaltet den Blitz zu… Die Lichtszenerie ist totgeblitzt. Ihr wollt Volleyballer in einer Halle im Sprung festhalten, die Automatik findet es zu dunkel und verlängert die Verschlusszeit. Aus den Sportlern werden unscharfe schlieren, weil sie sich zu schnell bewegen.
Nur ihr selbst wisst, wie das Bild am Ende aussehen soll und um das zu erreichen müsst ihr wissen, was für Möglichkeiten ihr habt und wie man das gewünschte Ergebnis erreicht.
Grundbegriffe der Photographie
Ihr habt es vielleicht gemerkt, das Wort “dunkel” hat eine entschiedende Rolle im letzten Absatz gespielt. Zu Recht, denn wenn es dunkel ist, sieht man auch nichts auf dem Bild.
Darum habt ihr grundsätzlich vier Stellschrauben, mit denen ihr variieren könnt und die im folgenden näher erläutert werden sollen:
Brennweite, Verschlusszeit, Blendenzahl und ISO
Brennweite: Wird in Millimetern (mm) angegeben. Je größer die Brennweite, desto größer erscheint das Motiv.
Verschlusszeit: Wird in Sekunden (s) angegeben. Je länger die Zeit, desto länger wird der Sensor der Kamera belichtet (Bild wird heller).
Blendenzahl: Ist ein Faktor, hat also keine Einheit. Gibt die Größe der Blendenöffnung an, aber vorsicht: Je größer die Blendenzahl, desto kleiner ist die Blendenöffnung (Bild wird dunkler)!
ISO: Hat ebenso keine Einheit. Gibt an, wie Lichtempfindlich der Film (bzw. Sensor) ist. Beim Wert von 1600 reicht für ein gleichhelles Bild viel weniger Licht aus, als beim Standartwert 100, also je höher die Zahl, desto empfindlicher der Film.
Das ist nun natürlich alles extrem verkürzt dargestellt, aber ich wollte euch das ganze möglichst griffig zusammenfassen. Wenn ihr auf die Begriffe klickt, kommt ihr auf die passenden Wikipediaeinträge, bei denen ihr euch auf Wunsch noch viel ausführlicher damit beschäftigen könnt.
Beim nächsten Mal wirds konkret: Dann zeige ich euch die Abhängigkeiten zwischen diesen vier Stellschrauben und welche Vor- und Nachteile die Veränderung einer Variablen hat.
Bis dahin: Viel Spaß beim Photographieren!



Gut und präzise erklärt! Habs direkt an eine aus meiner Fotogruppe weitergeleitet, die steht noch ganz am Anfang und freut sich sicher sehr, dass sie den Information-Overflow, den ich ihr letztens beschert habe, nun noch mal in Ruhe nachvollziehen kann
Cool, das freut mich aber