[Aller Anfang…] Der schwere Gang zur Kasse

[Aller Anfang…] Der schwere Gang zur Kasse

Sep 15

Wie ich nun am Montag erklärte, sollte man sich erst einmal grundlegende Gedanken machen, was die Wunschkamera können soll und was ich damit machen möchte. Heute möchte ich nun darauf eingehen, wie man es schafft, den schweren Gang zur Kasse zu gehen, möglichst ohne anschließende Zweifel.

Kompaktkameras und Bridge Cams

Bei diesen beiden Kameratypen sieht das ganze relativ leicht aus, denn die Kameras der verschiedenen Hersteller können in ihrer jeweiligen Sparte alle nahezu das gleiche. Sie machen Photos, man kann sie aus Photopapier ausdrucken, ins Album kleben und sehen dabei gut aus. Man muss nicht viel können um sie zu bedienen, meist reicht einfaches Point and Click, zielen und Knopf drücken, die Automatik macht den Rest meist recht ordentlich.

Der Grund, weshalb die Automatik meist so gut funktioniert, ist ganz einfach: Die Kamera ist in ihren Möglichkeiten beschränkt, darum hat die Automatik auch nicht so viele Schalthebel, an denen sie drehen kann. Meine Kompaktkamera (für die, die es interessiert: eine Sony DSC-W5) bietet z.B. lediglich die Auswahl zwischen zwei verschiedenen Blendenzahlen. Der Vorteil davon ist natürlich, dass die Automatikfunktion meist weiß, was sie tut.

Weil es zwischen den Modellen nun kaum Qualitätsunterschiede gibt, bestimmt vor allem der Geldbeutel, zu welcher Kamera man greift. Am besten man geht einfach in den Laden, schaut sich das entsprechende Preissegment an, nimmt mal ein paar in die Hand und nimmt einfach die, die einen guten Eindruck hinterlässt.

Wirklich was falsch machen, kann man mit keiner der neueren Kameras.

Spiegelreflex

Hier sieht das ganze nun etwas komplizierter aus, ist es aber eigentlich nicht. Der bestechende Vorteil einer Spiegelreflexkamera ist, dass man die Objektive je nach Bedarf austauschen kann, um sie für jede Situation ideal einsetzen zu können. Diese Eigenschaft macht (digitale) Spiegelreflexkameras (kurz: (D-) SLR) schnell zu einer teuren Angelegenheit, denn gute Linsen haben ihren Preis.

Zu viel Equipment, das man kaufen kann…

Darum werde ich oft gefragt, welche Objektive und weiteres Equipment man den am Anfang so bräuchte. Meine einfache Antwort: gar keins.

Nach meiner Erfahrung lohnt es sich kaum von Anfang an gleich einen Fuhrpark von Linsen einzukaufen, denn gerade als Anfänger weiß man noch nicht, wie und was man hauptsächlich photographiert. Man ist darum am besten beraten, wenn man zunächst eine Kamera mit einem Standart-Objektiv (einem so genannten KIT-Objektiv) kauft. Diese Objektive sind zwar nicht die crème de la crème, allerdings bieten sie meist von Weitwinkel bis leichtem Zoom einen guten Anfang. Diese Linse reicht für den Anfang völlig aus um sich erstmal mit der Kamera und deren Technik vertraut zu machen. Was man sonst für Equipment braucht, merkt man mit der Zeit ganz von alleine. Ich dachte mir z.B. irgendwann “Ich könnte etwas mehr Lichtstärke gebrauchen.” und suchte dann nach einem passenden Objektiv.

Teure Kamera = bessere Photos?

Nun gibt es auch bei SLRs verschiedene Hersteller und Preisklassen. Aktuelle Einsteigermodelle sind bereits ab etwa 400€ inklusive KIT-Objektiv zu haben, nach oben hin gibt es quasi keine Grenze, da ist man schnell in Bereichen von mehreren tausend Euro.

Dabei ist grundsätzlich anzumerken: Alle Kameras machen Photos und das auch sicher nicht schlecht. Warum also die Preisunterschiede? Das meiste, was die teureren Kameras bieten, sind Komfortfunktionen, die man erst nach einiger Zeit richtig zu schätzen weiß, besserer Autofokus, besseres Rauschverhalten bei schlechten Lichtverhältnissen usw. Gute Photos kriegt man aber eigentlich mit allen hin, wenn man die Technik beherrscht.

Es ist kein Fehler, für den Anfang eine günstigere Kamera zu kaufen. Beschäftigt man sich länger mit der Photographie, so wird man ohnehin irgendwann eine neue brauchen und dann kann man sich von neuem überlegen, ob man eine teurere Kamera braucht.

“You press the button, we do the rest.”

Mit diesem Slogan stellte Kodak 1888 seine erste Kamera vor. Damit sind wir bei einem weiteren wichtigen Punkt der SLRs, denn so einfach ist es dann nun doch nicht. Die Automatikfunktion einer DSLR kann unter Umständen schlechtere Ergebnisse liefern, als die einer Kompakten. Das liegt daran, dass eine DSLR eine viel größere Bandbreite an Variablen bietet, an Hand derer die Einstellungen verändert werden können. Mit dieser Auswahl ist die Kamera schnell überfordert und liefert so mittelmäßige Ergebnisse.

Darum sollte man auch zunächst nicht frustriert sein, wenn die ersten Ergebnisse schlechter sind, als noch mit der Kompakten. Man muss sich eben erst in die neue Materie einarbeiten und eine Spiegelreflex kauft man nicht, um sie im Automatikmodus zu betreiben ;)

Beim nächsten mal möchte ich euch auf dem Weg zum technischen Verständnis einer Kamera begleiten und euch mit einigen Grundbegrifflichkeiten vertraut machen.

Wünsche, Kritik, Lob und Tadel? Schreibt einen Kommentar oder mailt mir einfach! :coffee:

Leave a Reply

:) ;) :( :coffee: :party: :up: more »